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Ausgewählte Zitate

Ausgewählte Zitate von Louis Brisson

zum Kennenlernen

Glaube und Religion

Das derzeitige System hat es darauf abgesehen, Gott aus sämtlichen Bereichen des öffentlichen Lebens zu verdrängen; ja, man will sogar verhindern, dass der Name Gottes überhaupt noch in den Mund genommen wird – außer zu gotteslästerlichen Zwecken. Gott soll aus allen unseren Gebräuchen und Gewohnheiten verschwinden. Bei uns soll im Gegenteil der liebe Gott überall mitsprechen. (Kapitel 14.1.1891)

Die Religion wird ziemlich häufig in den Familien fast nur noch als bloße Formsache betrachtet … der Glaube ist nicht mehr als eine bloße Verstandesunterweisung. Es genügt aber doch nicht, so recht und schlecht unsere Pflichten gesagt zu bekommen, man muss sie gleichzeitig erfüllen. Genauso wenig wie ein Arbeiter seinen Beruf beherrscht, wenn er die Theorie auswendig im Kopf hat. (Kapitel 22.2.1893)

Sobald man Gott loslässt, gibt es keine festen Grundlagen mehr, und alles bricht zusammen. (Exerzitien 1890, 3. Vortrag)

Gebet

Beten heißt, unsere eigenen Angelegenheiten mit Gott abhandeln, uns mit ihm darüber einfach liebevoll unterhalten; nicht nur über die spirituellen Angelegenheiten, sondern über alle unsere Angelegenheiten. (Kapitel 16. 5. 1894)

Ohne Gebet kannst du nie Erfolg haben. Es wäre Torheit, dies überhaupt versuchen zu wollen. (Kapitel 19.5.1897)

Achtung

Seit unserer Geburt haben wir sicher sehr viele Fehler begangen, und ein großer Teil davon hat ihre Wurzeln darin: Wir haben diesen Grundsatz vergessen, den Grundsatz der Hochachtung vor unseren Mitmenschen, der Achtung vor ihren Gedanken und Meinungen, der Scheu, nicht das niederzureißen, was andere aufbauen. (Exerzitien 1894, 7. Vortrag)

Ehrfurcht

Zeigen wir uns also stets leutselig und sehr höflich. Bringen wir jedem große Achtung entgegen; denn die wohlverstandene Ehrfurcht vor dem Nächsten ist die Grundregel der Liebe. (Kapitel 27.6.1888)

Kritik

Bei schwierigen Fragen, wenn gegensätzliche Meinungen aufeinander stoßen, dürft ihr sicher auch euren Standpunkt verteidigen. Tut es aber mit so viel Liebenswürdigkeit und Wohlwollen, dass eure Sache auf Grund des versöhnlichen Tons von vorneherein gewinnt, und ihr durch geschicktes Vorgehen einen großen Eindruck macht. (Kapitel 21.1.1891)

Liebe

Auf dem Prinzip der Liebe beruht unser ganzes Tun. (Kapitel 24.5.1893)
Statt die Schranken eurer Liebe mehr und mehr einzuengen, solltet ihr sie immer mehr erweitern; so werdet ihr Gottes Segen ernten, denn Gott segnet nun einmal die liebenden Herzen. (Kapitel 6.10.1895)

Wir haben ein Herz! Beachten wir das. Gott hat sich mit seiner Schöpfung nicht geirrt. Er hat in dieses Herz Schätze der Liebe und Zärtlichkeit gelegt, je nach der verschiedenen Berufung, zu der er die Menschen bestimmt. Diese Liebe muss aus dem Herzen aufsteigen, sich ausbreiten und mitteilen. Das ist das Gesetz jeder Liebe. (Exerzitien August 1897, 5. Vortrag)

Um Gutes zu tun, braucht man kein außerordentlicher Mensch zu sein. (Exerzitien 1886, 11. Vortrag)

Bei den Saiteninstrumenten gibt es immer eine Saite, die stärker und häufiger vibriert als die anderen. Bei uns sollte diese Saite eben die Nächstenliebe sein, die immer schwingt. (Exerzitien September 1897, 4. Vortrag)

Würde des Menschen

Der Mensch stellt etwas Großes dar; wir dürfen ihn nicht vernichten und herabwürdigen. (Kapitel 24.5.1893)

Mut

Wir nehmen als Devise: 1. Leidenschaftlich das tun, was wir zu tun haben. Und 2. Guten Mut haben. (Exerzitien 1890, 3. Vortrag)

Gottes Werk

In einem Uhrwerk gibt es Räder, die sich nur langsam drehen und an einem Tag nur eine Umdrehung machen. Aber auch sie dürfen nicht fehlen und tragen bei zur allgemeinen Bewegung. So muss auch jeder von uns in seinem kleinen Wirkungskreis, ja in seiner Erbärmlichkeit sich unablässig und großmütig treu erweisen, dann werden wir alle Gottes Werk vollbringen. (Kapitel 7.3.1888)

Legt ihr nicht das Herz in eure Arbeit, dann seid ihr wie ein schwankender Balken inmitten eines Teiches. (Exerzitien September 1896, 6. Vortrag)

Stolz

Wenn wir nicht sehr Acht geben, kommen wir leicht zur Überzeugung, unsere Gewohnheiten und Ideen seien die besten der Welt. (Kapitel 24.6.1896)

Vertrauen

Oft schon habe ich es gesagt: Entscheidend bleibt, dass wir unerschütterlich feststehen und Vertrauen haben. Nicht darauf kommt es an, dass wir Großes leisten, sondern darauf, dass wir viel dulden, viel erwarten und viel erhoffen. (Kapitel 4.2.1891)

Kirche

Mehrere Male habe ich mich darüber mit dem früheren Nuntius Czacki, heute Kardinal, unterhalten. Ich suchte ihn öfters in Paris und Rom auf. Dieser sagte, heutzutage müsse die Kirche zum Volk gehen, sie müsse notfalls mit beiden Füßen in den Schmutz der Straße springen, auch wenn sie dabei bekleckert wird, damit sie das arme Volk erreicht und packt. (Exerzitien 1891, 4. Vortrag)

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